ATTiS – Wir kämpfen für Tiere!

Aktionsgemeinschaft der
Tierversuchsgegner
und Tierfreunde
in Schwaben e.V.

Maulwurfshügel im Winter – warum sie kein Problem sind

Maulwurf schaut aus einem Maulwurfshügel im Winter bei frostfreiem Boden

Wenn im Winter plötzlich frische Erde im Garten liegt …

Maulwurfshügel im Winter überraschen viele Menschen. Wenn draußen alles ruhig wirkt, Pflanzen ruhen und der Garten scheinbar stillsteht, rechnet kaum jemand mit frischer Bewegung unter der Erde. Genau das passiert aber – und es ist völlig normal.

Maulwürfe halten keinen Winterschlaf. Solange der Boden nicht dauerhaft gefroren ist, bleiben sie aktiv. In milden Wintern oder längeren frostfreien Phasen verlagern sie ihre Gänge sogar näher an die Oberfläche. Dort finden sie ihre Nahrung: Regenwürmer und andere Bodenlebewesen, die sich ebenfalls in diese Schichten zurückziehen.

Was an der Oberfläche sichtbar wird, ist nur ein kleiner Hinweis auf das, was unter der Erde ganz selbstverständlich weiterläuft.


Der Maulwurf ist kein Schädling

Der Maulwurf gilt bis heute bei vielen als Störenfried. Dabei frisst er keine Pflanzen, keine Wurzeln und keine Knollen. Seine Nahrung besteht ausschließlich aus tierischen Bodenbewohnern. Dazu gehören auch Insektenlarven, die in Gärten tatsächlich Schaden anrichten können.

Beim Graben lockert der Maulwurf den Boden, verbessert die Durchlüftung und unterstützt die natürliche Bodenstruktur. Die aufgeworfene Erde ist kein Zeichen von Zerstörung, sondern ein Nebenprodukt dieser Arbeit. Für den Garten bedeutet das keine Gefahr, sondern eher einen Hinweis auf aktives Bodenleben.


Warum Maulwurfshügel für gesunden Boden sprechen

Maulwürfe sind anspruchsvoll. Sie leben nur dort, wo der Boden feucht, locker und reich an Nahrung ist. Stark verdichtete, ausgelaugte oder chemisch belastete Flächen meiden sie.

Ein Garten, in dem ein Maulwurf aktiv ist, bietet gute Voraussetzungen für ein funktionierendes Ökosystem. Gerade im Winter zeigen frische Hügel, dass der Boden nicht „tot“ ist. Auch in der kalten Jahreszeit laufen biologische Prozesse weiter – nur eben unsichtbar für uns.


Maulwurf oder Wühlmaus – ein häufiger Irrtum

Viele Schäden, die dem Maulwurf zugeschrieben werden, stammen in Wirklichkeit von Wühlmäusen. Sie fressen Pflanzenwurzeln und können Beete oder Rasenflächen nachhaltig schädigen. Der Maulwurf selbst ist dafür nicht verantwortlich.

Diese Verwechslung führt oft dazu, dass ein Tier zu Unrecht bekämpft wird. Wer genauer hinschaut, erkennt schnell den Unterschied – und vermeidet falsche Maßnahmen.


Artenschutz gilt auch im Garten

Der Maulwurf steht in Deutschland unter Artenschutz. Töten, Vergiften oder der Einsatz von Fallen ist verboten. Auch das Zerstören von Gängen oder Nestern ist nicht erlaubt.

Für ATTiS ist das nicht nur eine gesetzliche Regelung, sondern eine klare Haltung. Wildtiere gehören zur Natur – auch dann, wenn sie Spuren hinterlassen, die nicht perfekt in unsere Ordnungsvorstellungen passen.


Wie man gelassen mit Maulwurfshügeln umgehen kann

Maulwurfshügel können stören, etwa auf Rasenflächen oder Wegen. Die Erde lässt sich jedoch problemlos abtragen und weiterverwenden. Sie ist locker, nährstoffreich und eignet sich gut für Beete oder Pflanzflächen.

Wichtig ist, auf aggressive Maßnahmen zu verzichten. Sie schaden dem Tier und verändern langfristig das Bodenleben – meist zum Nachteil des gesamten Gartens.


Winter, Klima und neue Beobachtungen

Dass Maulwürfe im Winter häufiger sichtbar sind, hängt auch mit veränderten Wetterbedingungen zusammen. Mildere Winter, wechselnde Frostphasen und weniger durchgängig gefrorene Böden beeinflussen das Verhalten vieler Tiere.

Der Maulwurf reagiert sensibel auf diese Veränderungen. Seine Aktivität macht sichtbar, was sich im Verborgenen längst verändert hat.


Der Maulwurf ist kein Problem, das gelöst werden muss.
Er ist ein Teil der Natur, der zeigt, dass unter der Oberfläche noch Leben ist – selbst im Winter.

Häufige Fragen zu Maulwurfshügeln im Winter

Sind Maulwurfshügel im Winter normal?

Ja. Solange der Boden nicht dauerhaft gefroren ist, bleiben Maulwürfe aktiv.


Schadet ein Maulwurf meinem Garten?

Nein. Er frisst keine Pflanzen und verbessert die Bodenstruktur.


Darf man etwas gegen Maulwürfe unternehmen?

Nur sehr eingeschränkt und ohne dem Tier zu schaden. Töten oder Vertreiben ist verboten.


Warum erscheinen die Hügel näher an der Oberfläche?

Weil sich Nahrung und Feuchtigkeit im Winter oft in höhere Bodenschichten verlagern.