ATTiS – Wir kämpfen für Tiere!

Aktionsgemeinschaft der
Tierversuchsgegner
und Tierfreunde
in Schwaben e.V.

Rattengift für Privatpersonen verboten – warum das ein wichtiger Schritt für den Tierschutz ist

Feldmaus in natürlicher Umgebung als Symbol für den Tierschutz beim Verbot von Rattengift und Rodentiziden

Was bedeutet das Rattengift-Verbot für Privatpersonen konkret?

Seit dem 1. Januar 2026 dürfen nicht sachkundige Privatpersonen in Deutschland keine Rodentizide – also Ratten- und Mäusegift – mehr kaufen oder anwenden. Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass Tiere unnötig leiden und andere Haus- und Wildtiere durch Vergiftungen gefährdet werden.

Das Verbot richtet sich nicht gegen Vorsorge oder Sauberkeit, sondern gegen eine Form der Bekämpfung, die mit erheblichen Risiken verbunden ist und langfristig kaum Wirkung zeigt.


Warum Rattengift aus Tierschutzsicht problematisch ist

Rattengift führt in der Regel nicht zu einem schnellen Tod. Nach der Aufnahme vergehen oft mehrere Tage, in denen die Tiere an inneren Blutungen, Organversagen und zunehmender Schwäche leiden. Dieses langsame Sterben geschieht meist unbemerkt und ohne Möglichkeit, einzugreifen.

Aus tierschutzfachlicher Sicht ist diese Wirkweise nicht vertretbar. Auch der Deutsche Tierschutzbund weist seit Jahren darauf hin, dass Rodentizide erhebliches Leid verursachen und deshalb keine akzeptable Lösung darstellen.


Gefahr für Katzen, Wildtiere und Greifvögel

Die Wirkung von Rattengift endet nicht beim eigentlichen Zieltier. Vergiftete oder geschwächte Nager werden häufig von Katzen, Hunden oder Wildtieren gefressen. So gelangt das Gift entlang der Nahrungskette weiter – mit oft tödlichen Folgen.

Besonders Greifvögel, Füchse und andere Beutegreifer sind von diesen sogenannten Sekundärvergiftungen betroffen. Auch Tiere, die keinen direkten Kontakt mit dem Köder haben, geraten dadurch in Lebensgefahr. Das Verbot schützt deshalb nicht nur Ratten und Mäuse vor Leid, sondern bewahrt viele andere Tierarten vor vermeidbaren Vergiftungen.


Warum Gift keine nachhaltige Lösung ist

Selbst dort, wo Rodentizide kurzfristig wirken, bleibt der Effekt meist begrenzt. Sobald Tiere sterben, werden frei gewordene Reviere schnell neu besetzt. Die Folge ist ein Kreislauf aus erneutem Gifteinsatz und anhaltendem Leid – ohne dauerhafte Lösung des eigentlichen Problems.

Aus Umwelt- und Tierschutzsicht gilt daher: Gift bekämpft Symptome, nicht Ursachen.


Prävention statt Bekämpfung

Deutlich wirksamer und tierfreundlicher ist es, Ratten und Mäusen erst gar keine geeigneten Lebensbedingungen zu bieten. Sauberkeit, sichere Lagerung von Lebensmitteln und Tierfutter sowie das Abdichten von Zugängen entziehen den Tieren dauerhaft Nahrung und Unterschlupf.

Diese Form der Vorsorge wirkt langfristig, ohne Risiken für andere Tiere und ohne neues Leid zu erzeugen.


Verantwortung statt Gift

Tierschutz bedeutet, Verantwortung ganzheitlich zu denken. Auch Tiere, die als störend oder unerwünscht gelten, haben Anspruch auf einen Umgang, der Leid vermeidet und ökologische Zusammenhänge berücksichtigt.

Das Verbot von Rattengift für Privatpersonen ist ein notwendiger Schritt hin zu mehr Prävention, mehr Verantwortung und mehr Respekt gegenüber Haus-, Wild- und Streunertieren.

Häufige Fragen zum Rattengift-Verbot

Ist Rattengift für Privatpersonen in Deutschland verboten?

Ja. Seit dem 1. Januar 2026 dürfen nicht sachkundige Privatpersonen in Deutschland kein Ratten- oder Mäusegift (Rodentizide) mehr kaufen oder anwenden.


Warum wurde Rattengift für Privatpersonen verboten?

Rodentizide verursachen bei Ratten und Mäusen einen langsamen, schmerzhaften Tod über mehrere Tage und gefährden zusätzlich Katzen, Wildtiere und Greifvögel durch Vergiftungen entlang der Nahrungskette. Das Verbot dient dem Tier- und Umweltschutz.


Betrifft das Verbot auch Mäusegift?

Ja. Das Verbot gilt für alle Rodentizide, unabhängig davon, ob sie gegen Ratten oder Mäuse eingesetzt werden.


Dürfen Schädlingsbekämpfer weiterhin Rattengift einsetzen?

Ja. Sachkundige Fachbetriebe dürfen Rodentizide weiterhin verwenden, müssen dabei jedoch strenge gesetzliche Auflagen einhalten.


Warum ist Rattengift auch für Katzen gefährlich?

Katzen können sich vergiften, wenn sie Köder aufnehmen oder vergiftete Mäuse und Ratten fressen. Diese sogenannten Sekundärvergiftungen enden häufig tödlich.


Ist Rattengift eine wirksame Lösung gegen Ratten?

Nein. Rodentizide wirken nur kurzfristig. Frei werdende Reviere werden schnell neu besetzt, sodass das Problem dauerhaft bestehen bleibt.


Was hilft statt Rattengift gegen Ratten und Mäuse?

Am wirksamsten ist Prävention:
Lebensmittel verschlossen lagern, Abfälle sicher entsorgen, Schlupflöcher abdichten und Höfe sowie Keller sauber halten. So wird Nahrung und Lebensraum dauerhaft entzogen – ohne Tierleid.