Wer uns eine freilebende Katze meldet, erwartet verständlicherweise Hilfe. Manchmal ist ein Tier verletzt. Manchmal tauchen mehrere unkastrierte Katzen an einer Futterstelle auf. In anderen Fällen stören die Tiere im Garten oder führen zu Konflikten in der Nachbarschaft.
Wir prüfen solche Meldungen, organisieren Kastrationen und tierärztliche Behandlungen und kümmern uns um Katzen, die aufgenommen oder vermittelt werden können. Diese Arbeit leisten unsere Mitglieder ehrenamtlich neben Beruf, Familie und anderen Verpflichtungen.
Unsere Möglichkeiten sind deshalb begrenzt. Wir können nicht jede gemeldete Katze einfach abholen. Damit eine Hilfsaktion funktioniert, brauchen wir verlässliche Informationen und Unterstützung vor Ort.
Warum eine Katze nicht einfach weggebracht werden kann
Nicht jede Katze, die regelmäßig draußen gesehen wird, ist herrenlos. Sie kann Freigänger sein, in der Nachbarschaft versorgt werden oder jemandem gehören, der bisher nicht gefunden wurde.
Auch bei tatsächlich freilebenden Katzen ist eine Unterbringung nicht automatisch möglich. Tierheime und Pflegestellen sind häufig ausgelastet. Stark verwilderte Tiere sind außerdem meist nicht an ein Leben in einer Wohnung gewöhnt und können nicht ohne Weiteres vermittelt werden.
Bevor wir handeln, müssen wir deshalb klären:
Gehört die Katze jemandem?
Ist sie verletzt oder krank?
Ist sie zahm oder verwildert?
Gibt es weitere Katzen an diesem Ort?
Wird dort regelmäßig gefüttert?
Kann das Tier nach einer Behandlung an seinen bisherigen Platz zurückkehren?
Jede Meldung muss einzeln beurteilt werden.
Kastrieren, versorgen und die weitere Unterbringung prüfen
Bei verwilderten Katzen besteht die Hilfe häufig darin, sie einzufangen, tierärztlich untersuchen und kastrieren zu lassen. Anschließend wird geprüft, ob eine Rückkehr an den bisherigen Ort vertretbar ist oder ob eine andere Unterbringung notwendig und möglich ist.
Freilebende Katzen sind meist stark an ihr vertrautes Gebiet gebunden. Eine Umsiedlung ist deshalb keine einfache Standardlösung und kommt nur infrage, wenn sie sorgfältig vorbereitet werden kann.
Kastrationen verhindern, dass sich bestehende Katzengruppen weiter unkontrolliert vergrößern. Je nach Kommune können außerdem unterschiedliche Vorgaben zum Schutz freilebender Katzen gelten. Dazu gehören beispielsweise Kastrations-, Kennzeichnungs- oder Registrierungspflichten für Katzen mit unkontrolliertem Freigang.
Welche Regelung am jeweiligen Fundort gilt, kann bei der zuständigen Gemeinde oder dem Veterinäramt erfragt werden.
Wie Fangaktionen bei ATTiS ablaufen
Eine scheue Katze lässt sich nicht auf Zuruf einfangen. Fangzeit, Futterstelle und Ablauf müssen vorbereitet werden. Solche Einsätze können mehrere Stunden oder mehrere Tage dauern, weil Katzen nicht immer zu den gewohnten Zeiten erscheinen und häufig vorsichtig auf Veränderungen reagieren.
Bei von ATTiS organisierten Fangaktionen werden die Fallen ausschließlich durch uns aufgestellt, kontrolliert und bedient.
Bitte stellt keine Fallen selbst auf und versucht nicht, Katzen eigenständig einzufangen.
Eine Fangaktion muss fachgerecht vorbereitet und betreut werden. Das schützt die Katze und verhindert, dass andere Tiere zu Schaden kommen.
So können Melder eine Fangaktion unterstützen
Auch wenn ATTiS die Fallen selbst aufstellt und überwacht, sind wir auf zuverlässige Informationen vom Fundort angewiesen.
Hilfreich sind insbesondere:
aktuelle Fotos der Katzen,
eine möglichst genaue Beschreibung der Tiere,
bekannte Sichtungs- und Fütterungszeiten,
Informationen über weitere Katzen und mögliche Halter,
Zugang zum Grundstück oder zur Futterstelle,
verlässliche Erreichbarkeit während der geplanten Aktion.
Bitte verändert den Futterplatz oder die Fütterungszeiten nur nach Absprache mit uns.
Wer Katzen frühzeitig meldet, Beobachtungen dokumentiert und Absprachen zuverlässig einhält, trägt entscheidend dazu bei, dass wir helfen können.
Füttern allein löst das Problem nicht
Viele Menschen beginnen aus Mitgefühl, eine einzelne Katze zu füttern. Problematisch wird es, wenn unkastrierte Katzen über längere Zeit versorgt werden, ohne dass ihre Herkunft oder ihr Kastrationsstatus geklärt werden.
Dann können aus wenigen Tieren innerhalb relativ kurzer Zeit größere Gruppen werden. Krankheiten, Parasiten und die Versorgung der Jungtiere verschärfen die Situation zusätzlich.
Wenn eine fremde Katze regelmäßig erscheint, helfen Fotos, genaue Sichtungszeiten und Nachfragen in der Nachbarschaft. Meldet euch möglichst früh bei uns – besonders dann, wenn mehrere Tiere auftauchen, die Katze unkastriert wirkt oder bereits Jungtiere zu sehen sind.
Bitte wartet nicht, bis die Gruppe immer größer wird oder ein Tier sichtbar erkrankt ist.
Eine Meldung ist der Anfang der Hilfe
Uns zu kontaktieren ist wichtig. Eine Meldung allein reicht jedoch nicht aus, wenn vor Ort niemand erreichbar ist, keine verlässlichen Informationen vorliegen oder notwendige Absprachen nicht eingehalten werden können.
Wir bringen Erfahrung, Ausrüstung und Kontakte zu Tierärzten ein. Menschen vor Ort kennen die Fütterungszeiten, Zugänge, Nachbarn und Gewohnheiten der Katzen.
Am besten schickt ihr uns direkt:
den genauen Fundort,
aktuelle Fotos,
die Zahl der beobachteten Katzen,
bekannte Sichtungs- und Fütterungszeiten,
Hinweise zu Verletzungen oder Jungtieren.
Wir prüfen die Situation und stimmen mit euch ab, welche nächsten Schritte möglich sind.
Dauerhafte Hilfe braucht verlässlichen Rückhalt
Nicht jeder kann bei Fangaktionen helfen oder regelmäßig Zeit im Tierschutz einsetzen. Auch eine passive Mitgliedschaft unterstützt unsere Arbeit.
Die Mitgliedsbeiträge geben uns mehr Planungssicherheit und helfen dabei, unsere laufende Tierschutzarbeit im Raum Augsburg und Aichach dauerhaft aufrechtzuerhalten. Passive Mitglieder stärken den Verein, ohne selbst aktiv mitarbeiten zu müssen.
Aktive Hilfe vor Ort und passive Unterstützung im Hintergrund erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Wer unsere Arbeit dauerhaft unterstützen möchte, kann passives Mitglied bei ATTiS werden.
Weitere Informationen und den Mitgliedsantrag findet ihr im Bereich „Mitglieder“ auf unserer Website.